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Modellflug-Fachbegriffe einfach erklärt |
der Absturz,
Einfachste Kunstflugfigur, die auch von Anfängern in kürzester Zeit
beherrscht wird. Obwohl kein Aresti Symbol bekannt ist, wird ein gelungener
Absturz mit vielen Bastelstunden in der Werkstatt belohnt. Der Absturz muß
als Kürfigur eingestuft werden, seine Einleitung ist nahezu beliebig, ja
sogar die Beteiligung eines 2. Piloten ist erlaubt , einzig der Ausflug ist
genau definiert und hat deutlich unterhalb der unteren Flugebene zu
erfolgen, dabei ist darauf zu achten, daß das Modell möglichst gleichzeitig
in alle Himmelsrichtungen weiterfliegt (sogenannte Desintegration) Hinweis:
Diese Flugfigur sollte nur am Ende eines Kürprogramms plaziert werden.
liegende Acht,
Findet man am frühen Morgen (so gegen 11 Uhr) acht Liegende am Platz vor, so
deutet das darauf hin, daß man das jährliche Vereinsfest um ca. 12 Stunden
verpaßt hat. Die restliche Zeit des Jahres kann man die Worte auch umdrehen
und eine Liegende Acht daraus machen, was dann ziemlich eindeutig eine
Kunstflugfigur bezeichnet.
Diese besteht aus 2 Vollkreisen die in gleichbleibender Höhe mit gleichem
Durchmesser in der Flugebene zu absolvieren sind. Dabei ist die
Anflugrichtung gleich der Abflugrichtung... wie man leicht sieht, sollte man
diese Figur erst ca. 48 Std. nach Ende jedweder Festivität üben...
der Akku,
Umgangskurzform von Akkumulator. Akkumulare heißt angeblich so was wie
sammeln... bezieht sich also vermutlich auf die Erfahrungen, die man mit dem
Ding sammelt bis sie gehen, oder meint den Vorgang, den man ausführt, wenn
die Akkus mal nicht gehen...
das Augenmaß,
Unter Augenmaß versteht man die durch langjährige Übung erworbene Fähigkeit
des Modellbauers, jede Art von Material ohne Zuhilfenahme von Meßwerkzeugen
exakt 2 mm zu kurz abzuschneiden. Weitere sichere Hinweise für exaktes
Augenmaß sind das exakte Rammen von Türrahmen mit empfindlichen
Leitwerksteilen, das gekonnte Einkürzen von Randbögen mit Hilfe von
Kofferraumdeckeln und das perfekte Einkürzen von Tragflächen auf die genauen
Abmessungen des Fangzaundurchlasses oder dem Abstand von 2 Weidezaunpfählen.
das Balsa,
Der deutschen Eiche eng verwandter Baustoff, wächst angeblich schnell und
gut in den Tropen, ist aber in hiesigen Breitengraden trotz heftiger
Einpflanzversuche (bis zu 300 km/h senkrecht in Ackerfurche eingebracht) nur
in geschützten Modellbaukästen anzutreffen. Der Hauptunterschied zur Eiche
ist die Lebenserwartung. Während Eichen mehre hundert Jahre alt werden
können, zerfällt Balsa meist in nur einer Flugsaison in kleine unansehnliche
Splitter.
siehe Landwirt
der Baum
der Baum, blitzartig aus dem Nichts auftauchendes Objekt, welches völlig
ohne Vorwarnung mitten in der Flugbahn eines Modells auftauchen kann.
Besonders gefährlich sind in Rudeln auftretende Bäume, auch als Wald
bekannt. Übenden F3A Piloten sei dringend geraten, sich mit den
Wachstumsgewohnheiten von Bäumen zu befassen, nichts ist ärgerlicher, als
nach 10-jährigem Üben die unterste Flugebene von einem Baum verstellt zu
sehen...
das Bier,
Tauschmittel, welches oft in freier Form heidnischen Fluggöttern im Tausch
gegen lange und erfolgreiche Modelleben angeboten wird. Da die Götter oft
nicht selbst kommen können, finden sich einige medial veranlagte
Vereinsmitglieder, die sich bereitwillig als Mittler zwischen Fluggöttern
und Erstflugaspiranten betätigen.
C-Programm, das bestimmte Figurenfolge, die wenn man sie kann zur Folge hat,
daß man in der Deutschen Meisterschaft ganz oben mitfliegen kann.
Wenn man sie noch nicht
kann, sollte man vielleicht mal einen Blick darauf riskieren.
das Einziehfahrwerk,
Beliebte Möglichkeit, den Nachmittag mit Basteln statt mit Fliegen zu
verbringen. Gelingt es, nach dem Start das Fahrwerk einzuklappen, blockiert
dieses vermutlich kurz vor der Endstellung, was einem das lästige Entladen
des Empfangsakkus abnimmt.
Aufgabe des Einziehfahrwerkes ist es, die Punktrichter zu verwirren (wie
soll man da auch erkennen, wo oben und unten ist ???) und Maulwurfshügel zu
planieren.
Bei der Landung zeigt sich dann, warum das Einziehfahrwerk Einziehfahrwerk
und nicht Ausziehfahrwerk heißt. Die meisten Hersteller haben diesen Mangel
aber erkannt und haben es immerhin schon zu einem Ausfahr- und
wieder -wegklapp Prototyp gebracht.
Die einzig sichere bekannte Methode, ein Einziehfahrwerk im ausgefahren
Zustand zu verriegeln ist es, ein Modell in einem möglichst tiefen Acker zu
landen ...
das Fachgeschäft,
Einzig bekannter Ort, wo sich Modellflieger einfinden, ohne daß eine Kiste
Bier in unmittelbarer Nähe ist. Meist gebrauchte Worte sind "haben wir
nicht" und "bekommen wir nächste Woche". Vor allem dringend benötigte Teile
werden dort mit Adjektiven wie "ausverkauft" und "vergriffen"
gekennzeichnet, dafür findet man dort aber prima bunte Abziehbilder, jede
Menge für den Kunstflug unbrauchbarer Modellbausätze, sowie das neuste
selbstleuchtende Spornrad.
der Fangzaun,
Dient der Sicherheit aller am Platz Anwesenden. So kann man mit Sicherheit
sagen, wer Vereinsmitglied ist (steht auf der einen Seite des Fangzauns) wer
Zuschauer ist (steht auf der anderen Seite des Zauns) und wer Kleinkind ist
(klettert im Fangzaun). Findet sich an Stelle eines Kleinkindes ein Modell
im Fangzaun hängend wieder, so kann man sich schon auf ein paar neue
Ausreden des betreffenden Piloten freuen, der irgendwie dem Flugleiter
erklären muß, wie sein Modell in das für Überflüge aller Art strengstens
gesperrte Gebiet geraten ist.
das FoeN,
Abkürzung, steht für F(lugzeug) o(hne) e(rkennbare) N(ennleistung).
Bezeichnet Impeller getriebene Fluggeräte, die, sofern sie elektrisch
betrieben werden, auch als Fön bezeichnet werden. Dabei ist das Verhalten
dieser E-Flieger, die bekanntlich mit einem Gummiseil auf Höhe geschossen
werden und dann unter Verheizen des Motors auf den Boden zurückzufallen so
typisch, daß ein warmer Fallwind nach diesen Modellen benannt wurde.
die Fernsteuerung,
Versetzt den Erbauer des Modells in die Lage, an Stelle von zufällig
erzeugten Bewegungen des Modells (Freiflug), gezielt verhängnisvolle
einzuleiten.
Die Fernsteuerung besteht grundsätzlich aus
. Sender
. Empfänger
. Servos
Sender: mehr oder weniger rechteckige Kiste, meist mit 2 Joysticks versehen,
ergänzt durch eine je nach Wichtigkeit des Besitzers vielfältige Anzahl an
Schaltern und Schiebereglern. Der Sender übernimmt die Umsetzung von
Fingerbewegungen in hochfrequente Radiosignale, wobei bei Computersendern
ein Weg gefunden wurde, jede Art von nachvollziehbarem Zusammenhang zwischen
Joystickstellung und Ruderstellung zu vermeiden. In jedem Sender steckt ein
Quarz der bestimmt, welche Vereinskollegen zur Vermeidung von Störungen
besonders gut im Auge zu behalten sind.
Empfänger: Auch rechteckig (könnte wohl sonst nie die Signale eines
rechteckigen Senders empfangen, oder ??) , dafür aber viel kleiner als ein
Sender und auch ohne Joysticks, was aber dem Einbau im Modell selbst sehr zu
Gute kommt. Der Empfänger hat die nahezu hoffnungslose Aufgabe, die vom
Sender erzeugen Radiosignale irgendwo zwischen der Deutschen Welle und dem
Deutschen Fernsehen aus dem Äther zu fischen und diese so aufzubereiten, daß
auch ein billiges Servo eine Vorstellung davon bekommt, wohin es sich
stellen sollte, wenn es ein brauchbares Servo wäre. Auch im Empfänger findet
sich ein Quarz, der maßgeblich die Signale bestimmt, die der Empfänger
auszuwerten gedenkt. Langjährige Erfahrung hat gezeigt, daß sich die
Reichweite einer Fernsteuerung dann maximiert, wenn sich die Kanalaufdrucke
von Sender- und Empfängerquarz decken.
Servo: Auch rechteckig... allerdings diesmal wieder mit beweglichen
Anbauten, den sogenannten Servoarmen. Das Servo hat die undankbare Aufgabe,
die vom Piloten vorgegebene Joystickstellung in eine bestimmte Stellung des
Ruderarmes umzusetzen. Es hat dabei gegen allerlei Unbill zu kämpfen.
Verklemmte Rudergestänge, leere Akkus, hohe Ruderdrücke, sowie falsche
Servowahl sind beliebte Gründe für Arbeitsverweigerung der Servos.
Hinweis: Bei Servos ist die Quarzwahl ohne Belang...
die Hempels,
Bekannte Großfamilie, deren Ruhm in Modellbaukreisen auf deren
Wohnzimmereinrichtung fußt. Durch die exotische Gestaltung des Wohnraumes
unterhalb des Familiensitzmöbels wurden für Generationen von Modellbauern
Maßstäbe für die Ausgestaltung des Hobbyraumes geschaffen.
der Impeller,
Luftschraube im Rohr, wurde entwickelt, um gefahrlos für alle 10 Finger vom
Spinner her die aus Sicherheitsgründen am Heck montierte Düsennadeln des
Vergasers des Zerknalltreiblings des Flugzeuges des Impellerpiloten .. äh..
verdrehen zu können.
Wie leicht zu sehen ist, sind Impeller was kompliziertes.
Mit einem Elektro-Motor betrieben, können sie in einen FoeN eingebaut oder
als Akkukühler dienen.
der Landwirt,
Nach Brauereibesitzern die wichtigste Berufsgruppe für den Modellflieger.
Entgegen der landläufigen Meinung liegt der Landwirt nicht den ganzen Tag im
Bett (haben Sie schon mal versucht, Schlaf zu finden, wenn ab 8 Uhr Morgens
Zerknalltreiblingflieger um Ihr Bettgestell toben ???), denkt sich
Bauernregeln aus und wartet auf die Subventionen aus Brüssel - nein, der
tapfere Landmann ist täglich bemüht, den Modellflieger in seinem Hobby zu
unterstützen.
So scheut sich der Landwirt nicht, im Herbst das mühsam angepflanzte
Grünzeug vorsichtig abzuschneiden, um die im Laufe des Sommers verlorenen
Modellbauartikel wie Schalldämpfer, Kabinenhauben, Schleppleinen oder mehr
oder weniger vollständige Flugzeuge mit dem Erntewerkzeug aufzuspüren.
Je nach Härtegrad der gefunden Teile entscheidet der Landwirt dann, was er
im nächsten Jahr rund um den Flugplatz einsähen wird. Metallteile und Seile
weisen den Weg zur Mais-Monokultur.
In besonderen Fällen läßt der Landwirt sogar seine Arbeit liegen und eilt
sogleich zum Modellflugplatz... traditionell ist ihm dann die freie Wahl der
Duellwaffen (Knüppel, Versicherungsnachweis, Schnapsglas...) zuzugestehen.
die Latte,
Umgangsform von Luftschraube, wird in Zoll gemessen und ist im Zweifel an
allem Schuld, was mit mangelhaftem Antriebswirkungsgrad zu tun hat. Merke:
Man sollte alle Latten auf einem Modell austesten. Nur die vom Hersteller
empfohlenen kann man getrost überspringen...
Luftschraube, die
Meist am vorderen Ende eines Modells montiertes Teil (Vorwitzige bauen so
was auch ans hintere Ende des Modells, wundern sich dann aber, daß sie den
ganzen Dreck ins Gesicht geblasen bekommen, wenn sie den Motor anlassen..),
in der Form einem Ventilator vergleichbar. Wird von einem Motor oder einem
Zerknalltreibling in Rotation versetzt. (Beim Zerknalltreibling rotiert
eigentlich der Pilot zuerst). Hauptaufgabe der Luftschraube ist es, den
Rasen der Landebahn kurz zu halten und durch unwuchtiges Laufen die
Modellzelle und Fernsteuerung auf Strukturschwächen hin abzuklopfen.
Luftschrauben werden im Fachhandel nach Größe, bei Anfängern nach Farbe und
bei Experten nach Preis sortiert.
der Maulwurf,
Einheimisches Säugetier, welches in seiner geringen Sehkraft angeblich nur
vom Punktrichter übertroffen wird. Lebt meist knapp unterhalb von
Startbahnen und baut dort zur eigenen Sicherheit ein weitläufiges
Tunnelsystem aus, was bei sog. Landungen eine schnelle Flucht erlaubt. Der
Maulwurf gilt allgemein als nützlich, muß allerdings auch als natürlicher
Feind des Einziehfahrwerkes und der Holzluftschraube gelten, was seine
Akzeptanz in Modellbaukreisen auf die Fachhändlerschaft begrenzt.
der Motor,
Kurzform von Elektromotor, die Langform wird aber nur in Gegenwart von
Zuschauern und Anfängern benutzt, um eine Verwechslung mit Zerknalltreibling
zu vermeiden. Letzter dient bekanntlich dem Erfinden von neuen
Lärmschutzauflagen, ersterer der Förderung von wirtschaftlichen Randgebieten
im Raume Kassel...
der Platz,
Kurzform von Flugplatz. Flugplatz sagen aber nur Piloten von
Wiesenschleichern, bei denen hat eh alles mehr Zeit... Der Platz ist meist
zentral um eine Bierkiste herum gelegen und verfügt über eine für den
Modellflug typische Infrastruktur:
Windrichtungsanzeigehilfsgerätschaft: wird auch oft als Windsack bezeichnet,
was aber Blödsinn ist... Oder kennen Sie einen Sack, der an beiden Enden
offen ist? Kann bei Experten auch als PYLON dienen und ist in dieser
Funktion vor allem eine echte Freude für die Modellbauindustrie.
Startbahn: zuweilen auch für Landungen genutzt.
Luftsieb: um größere ballistische Flugobjekte zu filtern, die Kratzer im
Autolack hinterlassen könnten. Der Begriff Fangzaun wird nur von Anfängern
verwendet und erklärt sich leicht aus dem Eindruck, daß das Luftsieb
Anfängermodelle magisch anzieht und gleichsam einfängt.
Gerätehangar: was drin ist, wissen nur max. 3 Vereinsmitglieder, die
restlichen verlassen fluchtartig den Platz, sollte sich die Öffnung des
Gerätehangar ankündigen... Nur Anfänger verkennen die drohenden Zeichen für
Arbeiten am Platz, lernen aber schnell dazu...
Vereinsheim: wurde in erster Linie zum Schutz der Bierkisten vor Regen
erstellt und befindet sich folgerichtig dort, wo die Bierkisten stehen.
Plettenberg, der
Namhafter Entwickler von Motoren und Erfinder von Wirkungsgraden > 90 %.
der Punktrichter,
einziger, der offenbar keine Ahnung von gar nichts hat. Liegt den ganzen Tag
im Liegestuhl und guckt dabei in die Sonne und macht mystische Zeichen auf
Blättern, die von hektischen Gestalten hin und her transportiert werden.
Obwohl 99 % aller Piloten genau wissen, wie man es als Punktrichter besser
machen kann, finden sich max. 1% von diesen bereit, es besser zu machen.
Statt Dank bekommen diese dann im allgemeinen nur ein Freibier und einen
Sonnenbrand spendiert...
die Startbahn,
Quer zur jeweiligen Windrichtung angelegte rechteckige Fläche, wobei die
Länge die Breite deutlich übertrifft. (Sollte das nicht der Fall sein,
beobachten Sie die Landebahnenden genau... Jeweils ein Tor zu sehen? Wenn
ja, sollten Sie das Modell ein- und den Fußball auspacken...). Die Startbahn
ist der bevorzugte Aufenthaltsort von Maulwürfen und Zuschauern, wobei
beiden wirkungsvoll mit einer Schaufel begegnet werden kann.
Weiterhin ist die typische Startbahn um ca. 2m zu kurz, was an dem Graben
liegt, der das Ende markiert. Reicht die Länge der Bahn genau zum Abheben,
so liegt das an dem Buschwerk, welches Abends Mückenschwärmen und tagsüber
Modellflugzeugen als Heimstätte dient.
Ist weder Graben noch Busch- oder Baumwerk vorhanden, gucken Sie noch mal
ganz genau nach. Wirklich keine Tore da?
die Störung,
Begriff aus dem Bereich der Nachrichtentechnik, beschreibt die Verfälschung
eines Nachrichteninhaltes die soweit gehen kann, daß die Nachricht
unverständlich wird. Im Bereich des RC-Modellbaus wird der Begriff "Störung"
meist mit einem doppeltem Ausrufezeichen versehen in die ansonsten stille
Natur gebrüllt und dient als Aufforderung, natürliche Deckung auf- und den
Himmel nach abstürzenden Modellen abzusuchen. Die Störung bezieht sich dabei
meist auf eine gestörte Funkverbindung zum gesteuerten Modell. Es soll
allerdings auch vorkommen, daß bei Flügen über parkende Autos, lebende
Personen oder für den baldigen Verzehr vorgesehene Tiere sich der Begriff
"Störung" auf den Geisteszustand des Modellpiloten bezieht.
Im ersteren Fall handelt es sich oft um eine gemeinschaftlich eingeleitete
Kunstflugeinlage, wobei der Besitzer des fliegenden Modells unter Mithilfe
eines Vereinskollegen, der eigentlich erst neuerdings (seit 1952) den
gleichen Fernsteuerkanal nutzt , die Belastbarkeit seines Modells
anschaulich demonstriert, während der noch am Boden befindliche Kollege die
Gewißheit bekommt, daß sein Fernsteuersender ziemlich genau die gleiche
Feldstärke in 150m Entfernung erzeugt wie der des fliegenden Kollegen. Das
meist anschließende Freudenfeuer bietet dann für beide Gelegenheit, sich
über die gemachten Erfahrungen reichlich auszutauschen.
Oft bedeutet Störung aber auch soviel wie:
. Prima, endlich ist mein Akku leer!
. Guckt mal, wie gut ich löten kann!
. Ich ziehe meine Sendeantenne immer erst im Flug aus!
. Endlich ist das Servo, welches schon seit 2 Tagen spinnt, ganz
ausgefallen!
Es kommt allerdings auch vor, daß auf Grund von nicht genehmigten
Funkanlagen (---> drahtlose Telefone, Piratensender..) Funkstörungen im
eigentlich Sinne des Wortes entstehen. Dieses erfordert allerdings entweder
sehr hohe Leistungen des Störsenders oder eine geringe Entfernung des
Störsenders zum Modell. Wichtig: Nur im 35 MHz Band finden Flugmodelle eine
exklusive Lücke! Sollten hier reproduzierbare Funkstörungen beobachtet
werden, unbedingt versuchen, irgendwo einen Kontrollempfänger aufzutreiben
(Scanner). Sollte sich dann eine störende Aussendung beobachten lassen,
unverzüglich den Funkstörmeßdienst der Deutschen Bundespost benachrichtigen
!
! ! ! Betrieb von Flugmodellen auf 40 MHz oder 27 MHz ist aus
Sicherheitsgründen abzulehnen ! ! !
der Tiefflug,
Flugfigur, die der optischen Kontrolle des Fluggerätes dient und einen Blick
auf die Oberseite des Modells in Draufsicht erlauben sollte. Echter Tiefflug
ist nur mit einem Einziehfahrwerk auf maulwurfsfreiem Gelände möglich.
Sollte beides nicht zur Verfügung stehen, so kann der Anfänger statt dessen
diese Figur in Rückfluglage üben, hier stört dann das Fahrwerk nicht
sonderlich und ein Maulwurfshügel erzeugt am Seitenleitwerk deutlich weniger
störende Momente als an einem Fahrwerksrad.
Zudem garantiert ein Tiefflug in Rückenlage den aufmunternden Zuruf "ZIEHEN
!!!!" von mindestens 30 % der anwesenden Vereinskollegen.
der Verein,
Wilder Haufen, der dem Modellbau verfallen ist, listig die Lücken im
deutschen Vereinsrecht ausnutzend einen Weg suchend, die Geldausgabe für den
Modellbau mit Hinweis auf die 99 anderen, die viel mehr Geld für neue
Modelle ausgeben, zu rechtfertigen. Allen Modellbauvereinen gemein sind:
. mindestens 3 Bierkisten, wobei eine laut ungeschriebenem Gesetz voll zu
sein hat!
. ein Platz (wo sollte man sonst 3 Kisten Bier lagern?)
. ein Platzwart (wer sollte sonst dafür sorgen, das sich die 3 Bierkisten
mitten zwischen wohl gepflegtem Grün wohl fühlen?)
. ein Kassenwart (wer sollte sonst dafür sorgen, daß die eine Kiste nie leer
wird?)
. die Rentner Gang (wer sollte sonst dafür sorgen, das mindestens 2 der 3
Bierkisten leer sind?)
. Jugendgruppe (darf noch kein Bier trinken, betreibt statt dessen
Modellflug und fliegt bei Vereinswettbewerben alles in Grund und Boden)
. ein Vorsitzender (beruft die Jahreshauptversammlung ein, die dann die
wichtigen Funktionsträger wie Platzwart und Kassenwart wählt, kurzum, ohne
Vorsitzender keine Bierkisten...)
Vereinsmitglied, das
augenscheinlich humanoides Wesen, welches jeder Erfahrung spottend darauf
hofft, daß an Wochenenden kein Regen fällt, der Wind keine Bäume entwurzelt
und die Schneehöhen die Zufahrt zum Fluggelände gestatten. Auf diese geringe
Chance spekulierend, ist dieses Wesen bereit, einen Teil seines jährlichen
Einkommens für das Anlegen eines Maulwurfbiotops mit
Windrichtungsanzeigegerät auszugeben. Das in dieser Verhaltensweise
angehäufte Frustrationspotential ist eigentlich nur in Selbsthilfegruppen
Gleichgesinnter zu ertragen, so daß Vereinsmitglieder meist in Rudeln
auftreten. (-> Verein)
der Vergaser,
Bauteil des Zerknalltreiblings, welches dazu dient, jedem Vereinsmitglied
die Möglichkeit zu geben mindestens einmal daran zu drehen, um
festzustellen, daß der "Motor" jetzt richtig läuft.
der Wecker,
Mechanischer oder elektromechanischer Quälgeist, dessen Qualität von
entscheidender Wichtigkeit für Wettebewerbsflieger ist. Neben der richtigen
Auswahl des Fluggerätes und ausdauerndem Training ist die sichere Bedienung
des Weckers die ausschlaggebende Komponente für den Erfolg bei Wettbewerben,
die bekanntlich nicht unter mindestens 4 Std. Anfahrt zu erreichen sind und
um 8 Uhr morgens beginnen. Elektroflieger machen häufig den Fehler, zu
leisen Weckgeräten zu tendieren, die in sicherer Entfernung zum Bett
aufgestellt keine nennenswerten Schallerereignisse auslösen können. Wer auf
Nummer sicher gehen will, sollte den eigenen Wecker sicherheitshalber einmal
so gegen 3 Uhr morgens am Fuße des nächst größeren Wohnhochhauses testen.
Bei weniger als 10% Weckerfolg sollte man das System wechseln.
der Zerknalltreibling,
nostalgischer Versuch, aus fossilen Energieträgern neben Lärm, Wärme und
Vibrationen ein wenig Vortrieb für ein Modellflugzeug zu gewinnen.
Seltsamerweise wird der Lärm durch Umweltschützer und Schalldämpfer, die
Wärme durch einen an der Spitze des Modells montieren Ventilator bekämpft,
so daß eigentlich nur noch die Vibrationen zur Vortriebsgewinnung genutzt
werden können. Das ganze scheint nach dem Prinzip der angetrieben Flosse zu
funktionieren, jedenfalls pflegen die Ruder eines mit einem
Zerknalltreibling ausgestattetem Modells heftig zu schlagen, was dann wohl
den Vortrieb erzeugt...
der Zuschauer,
Einziger am Platz der weiß, wie es geht. Erkennt Thermik an der Farbe der
Luft und kommentiert fachkundig jede Landung durch lautes Aufzählen von
Wochentagen. Beherrscht auch die Physik, was durch mächtige Thesen wie "es
ist noch keiner obengeblieben" oder "runter kommen sie alle" nachdrücklich
unter Beweis gestellt wird. Das hohe Maß an Durchblick verblüfft um so mehr,
da die wenigstens Zuschauer des Lesens mächtig scheinen - jedenfalls sofern
es um Sicherheitshinweise auf an sich unübersehbaren Schildern geht.
(Autor unbekannt)