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Geschichten aus dem Verein |
Historischer Abriss über
Sendetechnik der Schkeuditzer Fernlenkmodellflieger seit den 50´er Jahren
- Angeregt von der Zeitschrift
„Funktechnik“ im Jahre 1952 entstand der erste Fernsteuersender unter
Verwendung eines ehemaligen Wehrmachtsfunkgerätes. Dieser Sender ist ein mit
Röhren DL 94 betriebener Gegentaktsender mit etwa 2,5 - 3 Watt Leistung.
Mit einem Kreisschalter wird der Sender abwechselnd eingetastet. Z.B. rechts
- 0 - links - 0 - rechts - 0 - usw. Die verfeinerte Ausführung war dann
schon ein „Knüppel“ für die Senderansteuerung. Gesteuert wurde nur das
Seitenruder im Modell. Der Empfänger enthielt einen röhrenbestückten
Pendelaudion, welcher bei Signaleinfall ein Relais betätigte. Dieses
wiederum steuerte einen Schrittschalter an, der das Seitenruder bewegte. Die
erforderliche Spannung für die Senderöhren wurde mittels einer damals noch
handelsüblichen Anodenbatterie von 90 Volt bereitgestellt. Diese wurde im
Sendegehäuse untergebracht.
- Etwa 1954 wurde ein Sender
konzipiert, der durch Wegfall der Anodenbatterie wesentlich kleiner
gestaltet werden konnte. Die hohe 90 Volt - Spannung für die Senderöhren
wurde mittels eines Zerhackers durch Umwandlung aus einer Batteriespannung
von 2,4 Volt erzeugt. Von diesem Sender sind keine Muster und
bedauerlicherweise auch keine Bilder mehr vorhanden.
- 1955 wurde ein größeres
Sendegerät gebaut, in dem der Gegentaktsender, die Zerhackerstufe, alle
Batterien und sogar ein Servicekasten untergebracht waren. Mit diesem
Sender, und dem von Gustl Franke konstruierten und gemeinsam erbauten 3 -
Meter - Segler, konnten wir uns würdig zu den Republikmeisterschaften im
Modellflug 1955 in Magdeburg sehen lassen.
- 1963 - 64 war die
Fernlenkmodellfliegerei international soweit vorangeschritten, dass mit
tonmodulierten Sendern mittels verschiedener ausgestrahlter Töne, Modelle
ferngelenkt werden konnten. Mit dieser neuen Technik war es möglich, neben
dem Seitenruder nun auch Höhen- und Seitenruder zu steuern. Dieser
Entwicklung wollten wir uns nicht verschließen und konzipierten unseren
ersten tonmodulierten Sender. Ein Trimmschalter aus einem ehemaligen
Kriegsflugzeug bot sich dafür als idealer „Fernlenksteuerknüppel“ an.
In dieser Zeit entstand auch das Modell unseres Zlin - Trainers, welcher von
unseren Modellbauern Helling, Kießig, Wenisch konzipiert und gebaut wurde.
- Die Fernsteuertechnik hatte
sich nach 1964 schnell weiterentwickelt. In Westdeutschland entstand ein
eigener Industriezweig, während in der DDR Modellfernsteuerungen als
Konsumgüter quasi nebenbei hergestellt wurden. Erste Anfänge dazu leistete
dabei unser Modellsportler K.-H. Helling, der zwischenzeitlich nach Dresden
verzogen war. Die neue zukunftsorientierte Technik war eine
volltransistorisierte Technik, wobei der Sender eine zyklisch pulsierende
Frequenz von 27,72 MHz ausstrahlte. Jedem 1., 2. und 3. Impuls war eine
bestimmte Steuerfunktion zugeordnet. Der Betrieb von Modellfernsteuerungen
war zur damaligen Zeit nur Mitgliedern der Gesellschaft für Sport und
Technik (GST) vorbehalten. Diese Voraussetzung erfüllten wir, um eben
unserem Hobby frönen zu können. Über die GST hatten wir Einblick in
Fernsteuergeräte aus Westdeutschland und erhielten eines Tages ein
Fernsteuergerät der Firma SIMPROP, das wir beschlossen nachzubauen. Wir
bauten zwei Sender und zwei Empfangsgeräte. Anlässlich eines Besuches der
Firma SIMPROP nach der Wende, stellten wir den Sender dort vor und
überzeugten die Fachleute von unserem Können. Der Nachbau war uns so gut
gelungen, dass einer der beiden Sender heute im Museum der Firma SIMPROP in
Harsewinkel ausgestellt ist.
- In der DDR hatte die
industrielle Fertigung von Modellfernsteuerungen ebenfalls begonnen. Als
erstes Gerät dieser Art erhielt unsere Gruppe eine noch tonmodulierte Anlage
der Firma SIMTON.
- In der Zwischenzeit hatte die
Initiative unseres Modellsportfreundes K.-H. Helling Früchte getragen. Er
hatte in Dresden die Fernsteueranlage DP 5 (Digital - Proportional – 5
Kanal) entwickelt und zur Produktion in der „PGH Elektromechanik
Reinhartsgrimma“ verholfen. Viele dieser Anlagen wurden von der GST gekauft
und an Organisationen verteilt, die Fernsteuertechnik betrieben.
Nach 1990:
Die Produktion der DP 5 wurde nach der Wende eingestellt. Zu dieser Zeit waren
bereits die ersten programmierbaren Fernsteuerungen westlicher Anbieter auf dem
Markt. Kaum eines dieser Geräte wird heute noch in Deutschland produziert.
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